Die Geschichte von Dietmar und dem König - Teil I


Und es begab sich zu einer Zeit, in der man für einen Liter Treibstoff 152 Cent berappen mußte, da machten sich Dietmar und der König auf die Alpen zu erkunden. Huckepack gings in rasantem Tempo über die großen Handelsrouten gen Süden ins Allgäu. Mittenrein. In einer Scheune beim Steiner- Bernhard in Nesselwang schlugen die zwei ihr Quartier auf und auch das Gesinde fand in einer Ferienwohnung auf dem Hofe Unterschlupf.

Nesselwang im Allgäu

 

Am ersten Tage nach der Ankunft regnete es Bindfäden, die Berge waren wolkenverhangen und so geschah es, daß Dietmar und der König dem Gesinde frei gaben. Die erkundeten dann das umliegende Bergland, rutschten auf modifizierten Kartoffelsäcken über eine 1400 Meter lange Stahlrutsche einen Berg hinunter und waren Gast am Hofe der Burg Falkenstein. Am Abend labte sich das Gesinde an einem dunklen Gebräu aus dem Hause König Ludwigs.

Burg Falkenstein

 

Am zweiten Tage wurden die beiden schon früh am Morgen von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Nachdem sich auch die Kutscher von dem vorabendlichen Gelage erholt hatten, konnte es nun endlich losgehen. Wie besessen trieben die Kutscher Dietmar und den König über die B179 weiter nach Süden über die Grenze nach Österreich bis Bichlbach. Bis 1859 war Bichlbach Sitz der Maurer- und Zimmerleutezunft. Die Zunftkirche von Bichlbach in ihrem barocken Stil ist heute als einzige ihrer Art in Österreich erhalten. Jetzt rechts ab ins Namloser Tal, einem Seitental des Lechtals auf 1263m ü.A. Bergauf, Bergab, links, rechts, Kehre... Die Streckenführung mit nur wenigen Spitzkehren auf diesen 26 Km ist für die Kutscher genau die richtige Einstimmung auf das, was noch kommen wird. Fahrspaß pur! In dieser tollen Umgebung rechnet man nicht in KM / Stunde sondern in Eindrücken / Minute.

Im Namloser Tal

 

Das Namlosertal mündet bei Stanzach in das Lechtal, dem folgen unsere Helden Richtung Nordosten nach Weißenbach am Lech. Hier liegt die Einmündung vom Lechtal in das Tannheimer Tal, am Fuß des Gaichtpasses und der beginnt gleich hinter dem Ort mit 5 schönen Kehren und auf der hälfte der Passstraße, bei 1126m ü.A. lädt eine Hütte zum verweilen ein. Nachdem Dietmar und der König abgekühlt und die Kutscher gesättigt waren, ging es auf der B199 und auf deutscher Seite der B308 weiter durch Tannheimer Tal bis Oberjoch, mit 1.136m ü.A. Deutschlands höchstes Ski- und Bergdorf. Über den Oberjochpass, der gilt mit seinen 106 Kurven als die kurvenreichste Straße Deutschlands, erreichen die beiden Sonthofen, folgen von dort der B19 Richtung Süden bis Fischen.

Am Oberjochpass

 

Jetzt erwartet die beiden ein echter Leckerbissen- der Riedbergpass. Der ist mit seinen 1420m nicht einer der höchsten in den Alpen, aber ein absolutes muß für jeden Alpentourer. Auch Dietmar, der König und die Kutscher hatten ihren Spaß auf der steilen, 16 Km langen, mit vielen schön übersichtlichen Kurven ausgestatteten Passstraße. Über Balderschwang zurück nach Österreich bis Hittisau und weiter über die B200 bis Au. Route verlassen und Abstecher nach rechts auf die 193. Die Kutscher treiben Dietmar und den König die 12,5 Km steil bergauf zum Faschinajoch bis auf 1463m ü.A. wo der Stefan Madlener vom Gasthof Sonnenkopf schon den Kaffee fertig hat. Die Kutscher laben sich am Heißgetränk und Dietmar und der König lachen sich schlapp über die ulkigen Zeitgenossen vom Bodensee, neben denen sie Parken müssen.

Am Faschinajoch

 

Frisch gestärkt wieder runter und ab Au weiter auf der B200, die auf Ihrem schönsten Teilstück, ab Hopfrebem über Stöcken bis Warth, den müden Kutschern einiges abverlangt. Auf diesen 14 Km klebt die Straße mitunter am Fels wie Kacke am Schuh. Tolle Kurvenkombinationen, Spitzkehren, die Brücke über Stöcken wo die Straßenbauer alles gegeben haben und immer wieder diese herrlichen Aussichten auf die zum Teil noch Schnee bedeckten Gipfel der Berge machen die Fahrt zu einem Erlebniss. Der König ist hin und weg.

Bei Schröcken

 

Kurze Fotopause am Hochtannbergpass 1.676 m ü.A. Schneefoto und weiter, es wird immer später. Entpannung Pur haben die Kutscher, als sie gemütlisch die B198, die Lechtal- Budesstraße hinunterschwingen und der bis Elmen folgen.

Am Hochtannbergpass

 

Dann ein echter Tiefschlag! Hantenjoch Wintersperre... Mist! Trotzdem hoch bis Bschlabs. Das ist ein etwa 1300 m hoch gelegener Ortsteil der Gemeinde Pfafflar (Bezirk Reutte, Tirol) mit ca. 150 Einwohnern und für mich einer der schönsten Orte Tirols. Nach einer kurzen Pause mit anschließender Erstversorgung eines gestürzten Motorradfahrers, der in einer Kurve in einem Tunnel einfach gerade aus gegen die Wand gefahren ist, gehts zurück nach Elmen und auf der B198 weiter über Reute und der B179 nach Nesselwang. Erschöpft aber zufrieden parken die Kutscher den Dietmar und den König in der Scheune, schnappen sich die Mägde, kehren im Gasthof zum Bären ein und lassen den Tag bei gutem Essen und Trinken ausklingen.

Bschlabs am Hahntenjoch

Fortsetzung folgt

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